Kopenhagen - 06. Dezember 2009 - von S. Matlok
Ärger um dänische Weihnachtsbäume beim Weltklima-Gipfel in Kopenhagen
Das hat gerade noch gefehlt: wenige Stunden vor Beginn des Weltklima-Gipfels in Kopenhagen gibt es einen politischen Streit um den dänischen Weihnachtsbaum vor dem Belle-Center in Kopenhagen, der nach Ansicht der Uno muslimische Gäste stören könnte. Nun protestiert Dansk Folkeparti und verlangt Aufklärung von Außenminister Per Stig Møller.
Die Vereinten Nationen haben ein Sponsor-Angebot, kostenlos Nordmann-Tannen vor dem Bella-Center aufzustellen, abgelehnt mit dem Hinweis, dass diese Weihnachtsbäume von manchen Gipfelgästen als störend und als politisch nicht neutral empfunden werden können. "Das darf doch nicht wahr sein", kritisiert der stellvertretende Vorsitzende von Dansk Folkeparti, Peter Skaarup, und fordert am Mittwoch in der Fragestunde des Folketings Aufklärung durch Außenminister Per Stig Møller.
"Ich kann nicht verstehen, warum muslimische Gäste angeblich die Weihnachtsbäume als religiöse Beleidigung auffassen sollten, zumal die Nordmann-Tannen auch als besonders vorteilhaft für den CO2-Abbau gelten. Ein solcher Tannenwald vor dem Bella-Center würde unsere Umwelt nur verbessern. Wenn der Gipfel während des Ramadans zum Beispiel in Kairo stattgefunden hätten, dann hätte sich Kairo natürlich auch religiös als muslimische Stadt präsentiert. Niemand würde daran Anstoß nehmen. Die Kultur ist nun mal in jedem Land unterschiedlich, und dies gilt es natürlich zu respektieren", so Skaarup.