Die Deutsche Volksgruppe
wird vertreten durch den

Bund Deutscher Nordschleswiger
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Aktuelle Nachrichten

vom Nordschleswiger - der deutschen Tageszeitung in Dänemark

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Die historische Arbeit der deutschen Volksgruppe

Das Interesse an der Regionalgeschichte Nordschleswigs ist stets groß gewesen, und dieses Interesse hält weiterhin an. Hängt das mit der wechselvollen Geschichte des Herzogtums Schleswigs zusammen? – Einer Geschichte zwischen „up ewich ungedelten“-schleswig-holsteinischen und ebenso weitgreifenden eiderdänischen Ansprüchen im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

In dieser Zeit wurde über viele Jahrzehnte vor allem das historische Recht bemüht, um territoriale Ansprüche zu formulieren, heute trägt die Beschäftigung mit der Vergangenheit dazu bei, die Identität dieser Region zu beschreiben: einer Grenzregion mit vielfältigen sprachlichen und kulturellen Prägungen.

Regionalgeschichte - Minderheitengeschichte
Die Regionalgeschichte beschreibt und erklärt die Bindungen der Bewohner dieser Region, die sowohl nach Norden als auch nach Süden gerichtet sind; sie kennzeichnet die Identität von Menschen, die in einem Grenzland leben, in dem sich Deutsches und Dänisches mit schleswig-holsteinischen, schleswigschen, nordschleswigschen und sønderjysken Besonderheiten treffen.
Es kann deshalb nicht verwundern und ist auch ganz natürlich, dass man sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln dieser Geschichte nähert; ein Gesamtbild, zu dem viele Historiker in Nordschleswig und darüber hinaus beigetragen haben und weiterhin beitragen werden, entsteht erst durch die Zusammenschau der unterschiedlichen Aspekte dieser facettenreichen Geschichte Nordschleswigs.

Die Beschäftigung mit der eigenen Geschichte ist die Grundlage für die Identität der deutschen Volksgruppe.

Mit großem ehrenamtlichen Engagement und einem hauptamtlich tätigen Historiker wird die Geschichte und Kulturgeschichte des deutschen Bevölkerungsteils Nordschleswigs bewahrt, erschlossen und auf unterschiedliche Weise erforscht und dargestellt.

Die Geschichte der deutschen Volksgruppe als einen Teil der Geschichte Nordschleswigs lebendig zu erhalten, ist einer von zwei Pfeilern zur Bewahrung der kulturellen und sprachlichen Identität der deutschen Nordschleswiger. Der andere Pfeiler ist die Erhaltung und Pflege der deutschen Sprache innerhalb der deutschen Verbände, Vereine und ihrer Institutionen in Nordschleswig.

Geschichte, Sprache und Kultur
Geschichte, Sprache und historisch gewachsene kulturelle Bindungen nach Schleswig-Holstein und damit zu Deutschland bilden die Grundlage der deutschen Volksgruppe in Nordschleswig. Nur durch diese Kriterien unterscheidet sie sich als Bewusstseins- oder Gesinnungsminderheit von der Mehrheitsbevölkerung, denn ethnische, religiöse oder andere Unterscheidungsmerkmale gibt im deutsch-dänischen Grenzland nicht. Nur die individuelle und bewusste – auf Sprache, Kultur und Geschichte bezogene – Entscheidung begründet das Zugehörigkeitsgefühl entweder zum deutschen oder zum dänischen Bevölkerungsteil in Nordschleswig.


In der Verknüpfung von Archiv und Forschungsstelle gehen typisch archivische Aufgaben, Bewertung und Verzeichnung des Archivguts – Akten, Nachlässe, Sammlungsgut –, Benutzerberatung, Bearbeitung von Anfragen, Quellenedition, Archivausstellungen und –vorträge, eine sinnvolle Verbindung mit weitergehenden Forschungstätigkeiten ein. Diese stehen vielfach im Zusammenhang mit gemeinschaftlichen Projekten deutscher und dänischer Forschungseinrichtungen.Publikationen, Gutachten, Vorträge, Tagungsteilnahme und die Vertretung der deutschen Volksgruppe in historischen Arbeitskreisen und Institutionen bilden dabei den Schwerpunkt der Arbeit. Mit dem Archiv und der Historischen Forschungsstelle steht der Geschichtsforschung sowohl in Deutschland als auch in Dänemark ein qualifizierter Ansprechpartner zur Verfügung.

Vom Trägerverein des Archivs und der Historischen Forschungsstelle werden vor allem dessen fachliche – und teilweise auch technische – Beteiligung an der Schriftenreihe, insbesondere der Rezensionsteil, sowie die thematische Beratung im Zusammenhang der Jahrestagung in Anspruch genommen.

Die deutsche Volksgruppe, der Bund Deutscher Nordschleswiger, betont mit der Unterhaltung einer eigenen Archiv- und Forschungseinrichtung in der Trägerschaft der Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft HAG, dass sie sich der Bedeutung der eigenen Geschichte als Grundlage ihrer nordschleswigschen Identität bewusst ist.

Das Archiv und die Historische Forschungsstelle der deutschen Volksgruppe sind im Gebäude der deutschen Zentralbücherei und des deutschen Generalsekretariats untergebracht. Die Aktenbestände, Nachlässe und Sammlungen haben ihren Platz in einem modernen Kompaktmagazin. Benutzern des Archivs, stehen Arbeitsplätze im Archiv zur Verfügung. Jede Art von Interesse, wissenschaftliches ebenso wie privates Interesse, ermöglichen den Zugang zu den vorhandenen Archivalien entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen, die gewisse Daten- und Personenschutzrechte vorsehen.

Die Aufgabe von Archiv/Historischer Forschungsstelle ist es vornehmlich, das Schriftgut zu bewahren und der Forschung zugänglich zu machen; an die Öffentlichkeit tritt es überwiegend durch Publikationen oder durch Vorträge sowie durch kleinere Archivausstellungen, etwa durch die Präsentation eines „Archivstücks des Monats“.

Ausstellung zur Geschichte der deutschen Volksgruppe

Die Identität der deutschen Volksgruppe
Der deutsch-nordschleswigschen Identität eine historische Basis zu geben und sie gleichzeitig immer wieder in eine schleswig-holsteinisch-deutsche ebenso wie in eine dänisch-nordschleswigsche Geschichte einzuordnen, ist Aufgabe der historischen Arbeit für die und innerhalb der deutschen Volksgruppe.

Nähe auf der einen und Unterscheidung auf der anderen Seite machen das Besondere der nordschleswigschen Identität aus; beides gilt es darzustellen, um die Zweiströmigkeit von Deutsch und Dänisch – den bewusst gewählten deutschen ebenso wie den täglich gelebten dänischen Anteil – im Bewusstsein der deutschen Nordschleswiger deutlich zu machen.

Dieser Aufgabe widmen sich die 1960 gegründete Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft für Nordschleswig als Träger von Archiv/Historische Forschungsstelle der deutschen Volksgruppe sowie das Deutsche Museum Nordschleswig in Sonderburg und das Deutsche Schulmuseum Nordschleswig in Apenrade.

Das Archiv der deutschen Volksgruppe wurde zunächst in ehrenamtlicher Arbeit aufgebaut. 1992 wurde das Archiv mit der bis dahin beim Deutschen Schul- und Sprachverein angesiedelten Historischen Forschungsstelle der deutschen Volksgruppe vereinigt und mit einer hauptamtlichen Vollzeitstelle ausgestattet. Die Trägerschaft für Archiv/Historische Forschungsstelle liegt bei der Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft für Nordschleswig.

Umfang und Inhalt des Archivs
Das Archiv mit einer Regalkapazität von 360 Regalmeter sammelt, ordnet, verzeichnet und dokumentiert alle erreichbaren Unterlagen der Verbände, Vereine und Einrichtungen der deutschen Volksgruppe seit 1920 sowie darüber hinaus älteres Material, das einen Bezug zur Entstehung deutschen Bewusstseins in Nordschleswig in den davor liegenden Jahrzehnten und Jahrhunderten hat.

Magazin des Archivs der deutschen Volksgruppe

Text/Bilder: Archiv/Historische Forschungsstellte der deutschen Volksgruppe


Verantwortlich für diese Seite Frank Lubowitz