Flensburg - 30. Mai 2009 - von Cornelius von Tiedemann
EURES: »Das Arbeitsklima ist Chefsache«
Die Studie einer Flensburger Studentin wirft kein gutes Licht auf deutsche Vorgesetzte
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| Poul Frank, die Studentin Stefanie Ruhnke, Christa Iversen und Helmut Hartmann (von links) präsentierten gestern in Flensburg die Studie. Foto: Cornelius von Tiedemann |  |
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»Wir bekamen in unseren Beratungsgesprächen immer wieder zu hören, dass das Arbeitsklima auf dänischer Seite angenehmer sei, als auf deutscher Seite«, sagte Christa Iversen, die als Beraterin für das europaweite Netzwerk für Grenzüberschreitende Mobilität auf dem Arbeitsmarkt, EURES, tätig ist, »wir fragten uns, ob das wirklich so ist und weshalb das so ist.« Helmut Hartmann, Vorsitzender von EURES in Sønderjylland-Schleswig, formulierte die Frage drastischer: »Wir wollten wissen, wieso die Deutschen alle abhauen! Es ist zu kurz gesprungen, wenn nur über Bezahlung geredet wird, auch wenn wahr ist, dass Deutschland gegenüber Dänemark mittlerweile zum Billiglohnland geworden ist«, so Hartmann.
Eine Teilantwort liefert nun das Ergebnis einer Studie, die die 26-jährige Flensburger Studentin Stefanie Ruhnke mit Hilfe des Lehrstuhls für Arbeits- und Organisationspsychologie für EURES durchgeführt hat. Sie befragte fast 200 Angestellte auf beiden Seiten der Grenze, in Nord- und Südschleswig, danach, wie sie ihren Arbeitsalltag wahrnehmen. Christa Iversen bringt das Ergebnis auf den Punkt: »Das Arbeitsklima ist Chefsache!«
Die Arbeitnehmer aus drei Wirtschaftsbereichen nahmen die Arbeitsbedingungen auf dänischer Seite durchweg positiver wahr. Nur 1 Prozent der in Dänemark Arbeitenden empfand etwa das Vorgesetztenverhalten als belastend, auf deutscher Seite waren dies 18 Prozent. Das schlechte Arbeitsklima schlägt sich scheinbar auch auf die Gesundheit der Angestellten nieder, in Deutschland klagen sie deutlich häufiger über Beschwerden. Auch die Mitbestimmung wird in Dänemark positiver beurteilt. Der Apenrader EURES-Koordinator Poul Frank resümierte: »Wir können nur Mobilität fordern, wenn wir auch für bessere Arbeitsbedingungen sorgen. Dann gibt es vielleicht auch wieder Grenzpendler aus Dänemark.«