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Apenrade/Aabenraa - 18. Juni 2009 - von Ulrich Küsel
Von Video- und Rauminstallationen bis zu Musik und kreativem Schreiben
Das Borderland-Projekt 2009 »Zeitraum – Zeitsprung« findet in einer alten Villa in Stettin statt / Noch freie Plätze

Die Villa Lentz in Stettin.
Zeichnung: Markus Herschbach
Der Deutsche Jugendverband für Nordschleswig, der Deutsche Schul- und Sprach­verein für Nord­- schleswig (DSSV), beide Apenrade, das »Aktivitetshus« des dänischen Jugendverbandes SdU, Flensburg, und der Europaclub in Zespol/Polen veranstalten vom 30. Juli bis zum 10. August das europäische Sommer-Kunstprojekt »Zeitraum – Zeitsprung« in Stettin/Szcecin. Es ist das sechste Borderland-Projekt.
Die 30 Teilnehmer – je­weils zehn aus Dänemark, Deutschland und Polen – des Projektes im Alter von 18 bis 24 Jahren arbeiten in der Villa Lentz im Westend von Stettin. Sie ist das Zentrum des diesjährigen Borderland-Projektes.
Die Villa wurde zur Gründerzeit von dem deutschen Industriellen August Lentz erbaut. Nach einer langen Zeit privater Nutzung wurde das Palais im »Dritten Reich« Parteizentrale mit Einbau eines Bunkers, dann Stand­ortquartier der sowje­-tischen Armee und in der sozialistischen Gesellschaft Jugendklub und Kulturhaus. Derzeit steht es der Vorbereitung auf »Szcecin – Kulturhauptstadt Europas 2016« zur Verfügung.
Die Villa soll während des Projektes zum (über-)persönlichen Erinnerungsort werden und durch die historischen Zeiten hindurch Raum zum Assoziieren, Verknüpfen, und Erinnern bieten vor dem Hintergrund der Handels- und heutigen Grenzstadt Stettin.
Der künstlerische Schwerpunkt des Borderland-Projektes 2009 liegt im Bereich Bewegung und Musik. Dafür konnte der bekannte Komponist und Musiker Richard Wester gewonnen werden. Darüber hinaus arbeiten die Projektteilnehmer und die Künstler Markus Herschbach, Apenrade, Reinhard Voss, Tiziana Fracchiolla und Tabea Sternberg zusammen in den Werkstätten: Videoinstallation, Rauminstallation und kreatives Schreiben. Für Letzteres ist die Vorsitzende des Ausschusses für Sprache und Kultur des DSSV, Ute Willimzig-Spiekermann, Apenrade, zuständig.
Die Teilnehmer fahren ge­meinsam am 30. Juli nach Stettin und haben dann zehn Tage Zeit für das Arbeiten in den künstlerischen Werkstätten in der Villa Lentz, für Ausflüge und Stadtbummel. Am Wochenende 8./9. August schließen sie ihr Projekt mit einer öffentliche Performance ab, bevor am 10. August die Rückreise erfolgt.
Der Teilnehmerbeitrag be­­trägt 125 Euro einschließlich Fahrt, Verpflegung und Übernachtung, dazu Herausforderungen, Neues, Schönes, Schrilles, Vergangenes, Unbekanntes, nie Gewagtes…
Die je zehn Plätze für Teilnehmer aus Deutschland und Polen sind bereits vergeben. Sechs Plätze für Teilnehmer aus Dänemark sind noch frei. Anmeldungen nimmt der Deutsche Ju­gendverband für Nord­schleswig, Apenrade, bis zum 3. Juli entgegen.

Die europäischen Sommerprojekte Borderland
Bisher gab es fünf Borderland-Projekte:
2002 »Schiff Heimatland« auf dem Knivsberg zum Thema »Werte und Traditionen«,
2003 »Spuren finden – Spuren legen« in Starbienino/Polen zum Thema »Spuren aus der Vergangenheit in meine Zukunft«,
2004 »Mauerspringen« in Glücksburg mit dem Thema »Welche Rolle spielen Symbole in der Lebenswelt europäischer Jugendlicher?«,
2005 »Kunst-Trans-Port« von Kiel über Flensburg und Apenrade nach Kopenhagen mit dem Thema »Distanzen überwinden im Grenzland« sowie
2007 »Nur ich – Aufbruch – trotzige Sehnsucht« auf Ærø mit dem Thema »Aufbruch, Neuanfang – aus der Jugend ins Erwachsenwerden«.
Die Borderland-Projekte standen bis 2005 unter der Schirmherrschaft des schleswig-holsteinischen Landtagspräsidenten Heinz-Werner Arens (SPD), seitdem führt Landtagspräsident Martin Kayenburg (CDU) die Schirmherrschaft fort.
Das Borderland-Projekt 2009 »Zeitraum – Zeitsprung« in Stettin wird mit 20.000 Euro von der EU, 8.000 Euro von der Hermann-Niermann-Stiftung, Düsseldorf, sowie je 1.000 Euro vom Deutschen Jugendverband für Nordschleswig und vom Deutschen Schul- und Sprachverein für Nordschleswig gefördert.
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