Willkommen beim Bund Deutscher Nordschleswiger

Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen in Dänemark

Ziel der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen ist es, die Minderheitensprachen als einen einzigartigen Bestandteil des kulturellen Erbes Europas zu schützen und zu fördern. Die Regional- und Minderheitensprachen sollen vor dem Aussterben geschützt und ihren Gebrauch im Bereich des Rechts, der Schulen, des öffentlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens sowie der Medien ausgeweitet werden.

 

Die Sprachencharta gliedert sich in fünf Abschnitte.

  • Der erste („Allgemeine Bestimmungen“) enthält eine sehr weite Definition des Gegenstandes, die nicht zwischen Regional- und Minderheitensprachen differenziert. Die Charta definiert sie als von einer historisch siedelnden Bevölkerungsminderheit eines Staates gebrauchte Sprache, die sich von der Amtssprache unterscheidet. Sie schützt damit weder Dialekte noch die Sprachen von Immigranten.
  • Der zweite Teil („Ziele und Grundsätze“) formuliert allgemeine Zielsetzungen und es ist den Staaten möglich, eine oder mehrere Sprachen lediglich dem „Schutz“ dieses Abschnittes zu unterstellen (der weniger verbindlich ist als der dritte Abschnitt).
  • Dieser dritte Teil („Maßnahmen“) enthält einen Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Stellungen der Regional- oder Minderheitensprachen in den Bereichen „Bildungswesen“, „Justiz“, „Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe“, „Medien“, „Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen“, „Wirtschaftliches und soziales Leben“ und „Grenzüberschreitender Austausch“. Jede Vertragspartei verpflichtet sich, mindestens 35 von 98 möglichen Maßnahmen aus diesem Katalog umzusetzen. („a la carte“ System)
  • Der vierte Teil („Anwendung der Charta“) regelt die Berichtspflicht der Unterzeichnerstaaten.
  • Der fünfte („Schlußbestimmungen“) enthält Regelungen zur Unterzeichnung und zum Inkrafttreten.

 

— Hier der Text der Sprachencharta. 

 

Quelle: Wikipedia

 

Hier der aktuelle Staatenbericht und der Schattenbericht der deutschen Minderheit. 

 

Weiter Informationen - Fakten Dänemark / Einschätzung 

  

Es haben für Dänemark bereits vier Berichterstattungsverfahren stattgefunden - sowohl für die Sprachencharta als auch das Rahmenübereinkommen. Der Expertenausschuss (Sprachencharta) und der Beratende Ausschuss (Rahmenübereinkommen) waren mehrmals in Nordschleswig und Kopenhagen zu Gast. Die deutsche Minderheit beschäftigt sich seit Jahren eingehend mit den beiden Dokumenten und gibt einen sog. Schattenbericht ab, in dem die Haltung der deutschen Minderheit und ihrer Gremien zur Implementierung der Sprachencharta bzw. der Rahmenkonvention festgehalten wird. Der Bericht wird dem Europarat und der dänischen Regierung zugestellt.

 

Bedeutung der Dokumente für die Deutsche Minderheit

 

Wichtig ist zu wissen, dass beide Europaratsdokumente keine direkten Klage- oder Sanktionsmöglichkeiten vorsehen. Des gibt keine direkten Möglichkeiten für die deutsche Minderheit juristische Schritte einzuleiten, sollte man die Bestimmungen in den Dokumenten als nicht eingehalten ansehen. 

 

Trotzdem sind beiden Dokumente  in ihrer Wirkung nicht zu unterschätzen: Dänemark hat sich international verpflichtet und möchte vein positives Außenbild beibehalten. Denn man gilt zurecht als Beispiel für gelungenen Minderheitenschutz, der in Kooperation und auf Augenhöhe mit der Minderheit erarbeitet wurde und weiter entwickelt wird. Trotz der guten Ausgangslage für die deutsche Minderheit in Dänemark, gibt es natürlich Verbesserungsmöglichkeiten, welche nicht zuletzt bei der Beschäftigung mit den Europaratsdokumenten und im Vergleich mit anderen Minderheitenregelungen in Europa erkennbar wird.

 

Die Monitoring-Besuche vor Ort setzen die zuständigen Behörden in Zugzwang, sich mit den Fragen der Minderheiten aktiv zu beschäftigen; auch in Bereichen, in denen sie dies sonst eher selten tun. Das Wissen über die Minderheit wird dabei in den zuständigen Ministerien verbessert.

 

Ein typischer Verlauf einer Berichterstattung

 

  • Dänemark gibt einen Staatenbericht (Rahmenkonvention alle fünf und Sprachencharta alle drei Jahre)
  • Vor-Ort Besuch der Experten
  • Schattenbericht der deutschen Minderheit
  • Bericht der Experten
  • Kommentar der dänischen Regierung
  • Endgültiger Bericht und Empfehlungen für den Ministerrat (alle 48 Außenminister)
  • Empfehlungen des Ministerrates
Es gibt in Europa zwei völkerrechtlich bindende Dokumente, die sich mit den nationalen Minderheiten und den Regional- oder Minderheitensprachen befassen: Die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen und das Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten. Dänemark hat beide Dokumente ratifiziert. Sprachencharta: 2001, Rahmenübereinkommen: 1997. Ziel der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen ist es, die Minderheitensprachen als einen einzigartigen Bestandteil des kulturellen Erbes Europas zu schützen und zu fördern. Die Regional- und Minderheitensprachen sollen vor dem Aussterben geschützt und ihren Gebrauch im Bereich des Rechts, der Schulen, des öffentlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens sowie der Medien ausgeweitet werden. Die Sprachencharta gliedert sich in fünf Abschnitte. - Der erste („Allgemeine Bestimmungen“) enthält eine sehr weite Definition des Gegenstandes, die nicht zwischen Regional- und Minderheitensprachen differenziert. Die Charta definiert sie als von einer historisch siedelnden Bevölkerungsminderheit eines Staates gebrauchte Sprache, die sich von der Amtssprache unterscheidet. Sie schützt damit weder Dialekte noch die Sprachen von Immigranten. - Der zweite Teil („Ziele und Grundsätze“) formuliert allgemeine Zielsetzungen und es ist den Staaten möglich, eine oder mehrere Sprachen lediglich dem „Schutz“ dieses Abschnittes zu unterstellen (der weniger verbindlich ist als der dritte Abschnitt). - Dieser dritte Teil („Maßnahmen“) enthält einen Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Stellungen der Regional- oder Minderheitensprachen in den Bereichen „Bildungswesen“, „Justiz“, „Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe“, „Medien“, „Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen“, „Wirtschaftliches und soziales Leben“ und „Grenzüberschreitender Austausch“. Jede Vertragspartei verpflichtet sich, mindestens 35 von 98 möglichen Maßnahmen aus diesem Katalog umzusetzen. („a la carte“ System) - Der vierte Teil („Anwendung der Charta“) regelt die Berichtspflicht der Unterzeichnerstaaten. - Der fünfte („Schlußbestimmungen“) enthält Regelungen zur Unterzeichnung und zum Inkrafttreten. — Hier der Text der Sprachencharta. Quelle: Wikipedia Hier der aktuelle Staatenbericht und der Schattenbericht der deutschen Minderheit. Staatenbericht Schattenbericht Weiter Informationen - Fakten Dänemark / Einschätzung Es haben für Dänemark bereits vier Berichterstattungsverfahren stattgefunden - sowohl für die Sprachencharta als auch das Rahmenübereinkommen. Der Expertenausschuss (Sprachencharta) und der Beratende Ausschuss (Rahmenübereinkommen) waren mehrmals in Nordschleswig und Kopenhagen zu Gast. Die deutsche Minderheit beschäftigt sich seit Jahren eingehend mit den beiden Dokumenten und gibt einen sog. Schattenbericht ab, in dem die Haltung der deutschen Minderheit und ihrer Gremien zur Implementierung der Sprachencharta bzw. der Rahmenkonvention festgehalten wird. Der Bericht wird dem Europarat und der dänischen Regierung zugestellt. Bedeutung der Dokumente für die Deutsche Minderheit Wichtig ist zu wissen, dass beide Europaratsdokumente keine direkten Klage- oder Sanktionsmöglichkeiten vorsehen. Des gibt keine direkten Möglichkeiten für die deutsche Minderheit juristische Schritte einzuleiten, sollte man die Bestimmungen in den Dokumenten als nicht eingehalten ansehen. Trotzdem sind beiden Dokumente in ihrer Wirkung nicht zu unterschätzen: Dänemark hat sich international verpflichtet und möchte vein positives Außenbild beibehalten. Denn man gilt zurecht als Beispiel für gelungenen Minderheitenschutz, der in Kooperation und auf Augenhöhe mit der Minderheit erarbeitet wurde und weiter entwickelt wird. Trotz der guten Ausgangslage für die deutsche Minderheit in Dänemark, gibt es natürlich Verbesserungsmöglichkeiten, welche nicht zuletzt bei der Beschäftigung mit den Europaratsdokumenten und im Vergleich mit anderen Minderheitenregelungen in Europa erkennbar wird. Die Monitoring-Besuche vor Ort setzen die zuständigen Behörden in Zugzwang, sich mit den Fragen der Minderheiten aktiv zu beschäftigen; auch in Bereichen, in denen sie dies sonst eher selten tun. Das Wissen über die Minderheit wird dabei in den zuständigen Ministerien verbessert. Der typische Verlauf einer Berichterstattung - Dänemark gibt einen Staatenbericht (Rahmenkonvention alle fünf und Sprachencharta alle drei Jahre) - Vor-Ort Besuch der Experten - Schattenbericht der deutschen Minderheit - Bericht der Experten - Kommentar der dänischen Regierung - Endgültiger Bericht und Empfehlungen für den Ministerrat (alle 48 Außenminister) - Empfehlungen des Ministerrates