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Geschichte des Kopenhagener Sekretariats

Eine parlamentarische Vertretung ist für jede Volksgruppe oder nationale Minderheit von elementarer Bedeutung. Das gilt insbesondere für die deutsche Volksgruppe in Nordschleswig, weil in Dänemark die Grundlagen für die Entfaltungsmöglichkeiten der Volksgruppe im kulturellen und sozialen Bereich gesetzlich festgelegt sind, und es deshalb notwendig ist, die Interessen der Volksgruppe direkt dem Parlament (Folketing) gegenüber zu vertreten.

Deshalb hat sich die deutsche Volksgruppe seit 1920 stets um einen Sitz im dänischen Parlament (Folketing) bemüht und ist von 1920 bis 1964 mit einer Unterbrechung von 1943 bis 1953 durch ein Direktmandat der Schleswigschen Partei, der Partei der deutschen Volksgruppe, im Folketing vertreten gewesen. Nach 1964 reichte das Stimmergebnis der Schleswigschen Partei nicht mehr aus, um das Direktmandat zu halten.

Von 1973 bis 1979 konnte die deutsche Volksgruppe aufgrund einer wahltechnischen Zusammenarbeit mit der dänischen Partei "Zentrumdemokraten" (CD) erneut einen Vertreter ins Parlament entsenden. Der auf dieser Grundlage 1973, 1975 und 1977 gewählte deutsch-nordschleswigsche Folketingsabgeordnete, "Nordschleswiger"-Chefredaktör Jes Schmidt, verstarb 1979. Die wahltechnische Zusammenarbeit mit den Zentrumdemokraten konnte danach nicht weitergeführt werden mit dem Ergebnis, dass die deutsche Volksgruppe seit 1979 keine parlamentarische Vertretung mehr hat.

In Verhandlungen im Dezember 1982 und im Februar 1983 mit Staatsminister Poul Schlüter konnte schliesslich das heutige "Sekretariat der deutschen Volksgruppe in Kopenhagen" vereinbart werden.

Das Sekretariat wurde am 6. September 1983 durch Staatsminister Poul Schlüter im Beisein vieler massgeblicher Politiker aus Dänemark und Deutschland eröffnet.

Das Kopenhagener Sekretariat ist das deutsche Sekretariat bei Regierung und Folketing. Es ist dem Staatsministerium unterstellt und arbeitet eng mit dem für den Kontaktausschuss der deutschen Minderheit zuständigen Innenministerium zusammen.

Nach den Parlamentswahlen in 2011 fiel der Zuständigkeitsbereich für den Kopenhagener Kontaktausschusses dem Unterrichtsministerium zu.

2013 wurden die 50. Sitzung des Kontaktausschusses und das 30-jährige Bestehen des Sekretariates in Kopenhagen im Folketing gefeiert.

Anlässlich des Jubiläums hat der Nordschlewiger eine Artikelreihe über das Sekretariat veröffentlicht: