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Hauptvorstand beschließt sprachpolitische Strategie

16.Februar 2015
Der BDN Hauptvorstand hat auf seiner Sitzung Mitte Februar eine sprachpolitische Strategie beschlossen. Dort heißt es u.a. einleitend:
„Die Förderung und Pflege der deutschen Sprache gehört zu den wichtigsten Aufgaben der deutschen Volksgruppe. Dies gilt nicht nur in den eigenen Einrichtungen und Vereinen, sondern auch im öffentlichen Raum umso auch die Wahrnehmung der deutschen Minderheit zu verbessern.

 


Trotz Unterstützung durch den Europarat (u.a. Expertenkomitees der Sprachencharta und Rahmenkonvention) sind die Fortschritte in Bezug auf die [sprachpolitischen] Zielsetzungen eher gering.“


Dies soll sich unter anderem durch die sprachpolitische Strategie für 2015-20 ändern. Das Papier enthält nicht nur die konkreten Ziele (siehe unten), sondern jeweils auch Vorschläge, wie diese Ziele zu erreichen sind.


So heißt es beispielsweise zur Forderung zweisprachige Ortsschilder:


„Seit 2008 stehen in Flensburg zweisprachige Ortstafeln „Flensburg/Flensborg“. Sie sind ein Hinweis darauf, dass es in Flensburg eine dänische Minderheit gibt und zeugen von Toleranz und Offenheit. Entsprechende Ortstafeln gibt es in ganz Europa - nur nicht in Dänemark. Kurzfristiges Ziel (innerhalb von 1-2 Jahren) muss es sein, diese Ortstafeln für die jeweils größte Stadt der Kommune, d.h. für Apenrade, Hadersleben, Sonder-burg und Tondern zu bekommen. Langfristiges Ziel sind zweisprachige Ortstafeln dort, wo es deutsche Einrichtungen gibt. Der Beschluss zur Aufstellung der Schilder sollte gerne im Stadtrat mit einer breiten Mehrheit getroffen werden und gerne auf Initiative der Mehrheitsbevölkerung. Weitere Argumente für die Schilder sind: Alleinstellungsmerkmal, Tourismusförderung und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Deutschland.


Maßnahmen: Einzelgespräche mit ausgewählten Bürgermeistern in Zusammen-arbeit mit der SP, unterstützende Maßnahmen: Medienberichte, Zustimmung seitens der Wirtschaft, Schreiben der zuständigen staatlichen Behörde, dass es keine rechtlichen Einwände gegen zweisprachige Ortstafeln gibt.“


Der Beschluss des Hauptvorstandes wurde am 16. Februar einstimmig getroffen.


 


Sprachpolitische Ziele der Strategie vom Februar 2015



  • Benennung von deutschsprachigen Ansprechpartner in den Kommunen für Zuzügler.

  • Erstellen einer Sprachstrategie für kommunale Pflegeheime und regionale Krankenhäuser.

  • Produktion einer Broschüre über die Möglichkeit der Vorlage von relevanten Dokumenten auf Deutsch gegenüber der öffentlichen Verwaltung und den Gerichten.

  • Regelmäßige deutschsprachige Sendungen im öffentlich-rechtlichen Radio und Fernsehen

  • Aufstellung eines Autobahnhinweisschildes „Knivsbjerg/Knivsberg“

  • Aufstellung von zweisprachigen Ortstafeln

  • Förderung der Deutschen Museen