Willkommen beim Bund Deutscher Nordschleswiger

Neujahrsgruß des Hauptvorsitzenden

31.Dezember 2017

Liebe Nordschleswiger,


Der Jahreswechsel ist eine Gelegenheit für die Bestandsaufnahme bei einem Thema, dass uns deutschen Nordschleswigern immer sehr am Herzen liegt: den deutsch-dänischen Beziehungen. Diese sind – betrachten wir die nationale Ebene – eng und vertrauensvoll. Es gibt viele Kontakte auf Regierungsebene – bilateral wie auch über die europäische Zusammenarbeit.


Und immer noch reisen sehr viele Deutsche im Urlaub nach Dänemark und viele Dänen nach Deutschland, wo Hamburg und Berlin zu den beliebtesten Reisezielen gehören. Aber man hört von deutscher Seite auch mehr Kritik an Dänemark, als in den vergangenen Jahren: Hundegesetze, Flüchtlingspolitik und Grenzkontrollen gehören zu den negativ geladenen Themen. Die Grenzkontrollen werden über Jahre hinaus ein sichtbares Signal der dänischen Abschottung sein. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern gleichzeitig eine Verschwendung knapper finanzieller und personeller Ressourcen.


Auf Ebene der Region Süddänemark und des Bundeslandes Schleswig-Holstein gibt es weiterhin sehr nett klingende Absichtserklärungen, aber reell wird die Zusammenarbeit zurückgeschraubt. Beispiele hierfür sind die Strahlenbehandlung in Flensburg und die Abschaffung des Ausschusses für deutsch-dänische Zusammenarbeit in der Region Süddänemark. Dafür bekommen wir im Januar voraussichtlich einen Sonderbeauftragen für Grenzland und Minderheiten. Wir hoffen, dass dadurch mehr Schwung in die Zusammenarbeit kommt.


Die Kooperation im Rahmen der Region Sønderjylland-Schleswig läuft vernünftig – und mehr noch was Kultur, Sprache und Grenzpendlerberatung betrifft, aber auch hier könnte man sich mehr Elan und Energie wünschen. Das grundlegende Problem sind weiterhin die sehr unterschiedlichen Strukturen – ganz deutlich ist das zum Beispiel im Gesundheitsbereich. Letztlich sind die unterschiedlichen Strukturen zwar ein Hindernis, aber eines, welches überwunden werden kann, aber das verlangt einen zusätzlichen Einsatz, und der Wille diesen zu leisten ist leider nicht sehr ausgeprägt.


Wir werden uns natürlich weiterhin für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit einsetzen – auch in den Kommunen. Das geschieht natürlich auch über die Mandatsträger der Schleswigschen Partei. Nach der Kommunalwahl sind wir weiterhin in allen Kommunen vertreten, insgesamt mit 10 Mandaten. Vor allem in Sonderburg hat die SP sehr gute Möglichkeiten, in den kommenden vier Jahren die Politik mitzugestalten. Das sieht leider schwieriger aus in Tondern und Hadersleben, wo die SP in der kommenden Periode versuchen muss, aus der Opposition konstruktive Politik zu führen. Vor allem für Apenrade gilt es gründlich zu überlegen, wie Politik zukünftig gestaltet und vermarktet werden kann, damit neue Wähler erreicht und verlorene zurückgewonnen werden.


Viele der Aktiven werden sich in den kommenden Jahren mit der Vorbereitung des Jubiläumsjahres 2020 beschäftigen. Unsere Aufgabe wird dabei sein, darauf hinzuweisen, dass 2020 nicht nur 100 Jahre „genforening“ bedeutet, sondern auch 100 Jahre Volksabstimmung friedliche Grenzverschiebung sowie als Konsequenz das Entstehen der Minderheiten beiderseits der Grenze. Wir haben früh entschieden, dass wir mitfeiern werden, denn schließlich ist es auch unser 100. Geburtstag.


Ich wünsche allen ein gutes Jahr 2018 mit bester Gesundheit und viel Glück.


 


Hinrich Jürgensen


BDN Hauptvorsitzender