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Schleswig-Holstein bewirbt sich mit Minderheitenmodell um bundesweite Anerkennung als Immaterielles Kulturerbe

26.März 2018

Schleswig-Holstein bewirbt sich mit drei Projekten für das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes (IKE). Dazu zählen die „Helgoländer Dampferbörte“, die „Alte Kremper Stadtgilde von 1541“ und das „Zusammenleben von Minderheiten und Mehrheiten im deutsch-dänischen Grenzland“. Kulturministerin Karin Prien hat die Bewerbungen dem Kabinett vorgestellt und sagte am 23. März in Kiel: „Unser immaterielles Kulturerbe ist wichtig. Es geht um Wissen, Können und Weitergeben - das ist der Dreiklang mit dem die deutsche UNESCO-Kommission wirbt. Um regionale Traditionen und kulturelle Praktiken, Wertevermittlung und Fertigkeiten.“ Im Herbst entscheidet ein Expertenkomitee, ob die schleswig-holsteinischen Anträge für das Bundesverzeichnis vorgeschlagen werden.


Kulturministerin Prien freute sich besonders über den Antrag „Zusammenleben von Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzland“, der vom Bund Deutscher Nordschleswiger und Sydslesvigsk Forening gestellt worden ist. „Das Grenzland ist ein vorbildlicher Raum kultureller Vielfalt und ein Raum grenzüberschreitender Kooperationen. Es ist ein Raum, in dem die jeweiligen nationalen Eigenheiten des anderen geschätzt, geachtet und geliebt werden.“ Schon jetzt finde dieses Grenzland europaweit Beachtung als ein Beispiel gelingender Minderheitenpolitik. Die Aktivitäten der Minderheiten seien vielfältig sichtbar und würden als Mehrwert für die ganze Region anerkannt.


„Ich hoffe sehr, dass die grenzüberschreitende Bewerbung des deutsch-dänischen Grenzlandes für das Register guter Praxisbeispiele das unabhängige Expertenkomitee so überzeugt, dass es uns am Ende auch für die internationale UNESCO-Nominierung empfiehlt“, so Karin Prien.


Der Minderheitenbeauftrage Johannes Callsen bezeichnete den Antrag als ein „starkes Signal für die große Bedeutung der erfolgreichen Minderheitenpolitik in Schleswig-Holstein“. Die Anerkennung als Immaterielles Weltkulturerbe wäre auch mit Blick auf das 100-jährige Jubiläum der 1920 erfolgten friedlichen Grenzziehung ein Auftrag für die weitere Ausgestaltung der Zusammenarbeit in der deutsch-dänischen Grenze Region, so Callsen.


In dem bundesweiten Verzeichnis des IKE sind bisher 72 Kulturformen und sieben Gute-Praxis-Beispiele aus allen Regionen Deutschlands aufgenommen, darunter auch die friesische Biike und die niederdeutsche Bühnentradition.